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09.06.2026

Zweite Energie-Effizienz-Konferenz: Spannende Themen und Zeit zum Vernetzen

Volle Rotunde, klare Botschaften: Am 4. Juni 2026 kamen über 100 Unternehmensvertreterinnen und -vertreter aus ganz Mecklenburg-Vorpommern in der Rotunde der HanseMesse Rostock zur zweiten Energie-Effizienz-Konferenz zusammen. Auf dem Programm: ein politischer Auftakt zum gerade verabschiedeten Klimaverträglichkeitsgesetz, zwei Keynotes mit klarer Botschaft, drei Praxisbeispiele aus dem Land und ein Tag voller Gespräche, Impulse und greifbarer Lösungen für die eigene Unternehmenspraxis.

Key Facts:

Datum: 4. Juni 2026, 9:30–16:30 Uhr
Ort: Rotunde der HanseMesse Rostock
Teilnehmende: über 100 aus Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern
Veranstalter: MVeffizient (LEKA MV)
Partner: IHKs in MV, Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke (IEEKN), BDEW, VKU
Aussteller: 12
Vorträge und Keynotes: 11

 

Auftakt: Das neue Klimaverträglichkeitsgesetz

Nur einen Tag vor der Konferenz hatte der Landtag das neue Klimaverträglichkeitsgesetz verabschiedet – entsprechend aktuell fiel der politische Auftakt aus. Welche konkreten Spielregeln das neue Gesetz für die Unternehmen im Land schafft, stellte Dr. Beatrix Romberg, Referatsleiterin im Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, vor. Ihr Vortrag machte deutlich: Ohne deutliche Effizienzgewinne lassen sich die Klimaziele des Landes kaum erreichen – Ein Befund, der im Saal spürbar ankam. Die Energieeffizienz nimmt im Gesetz daher einen wesentlichen Platz ein und schafft Rahmenbedingungen für Unternehmen, die in deren Investitionsstrategie berücksichtigt werden müssen.

Keynote von Olaf Höhn, in der er Mut macht und Zahlen präsentiert, die im Kopf bleiben.

Der erste große Höhepunkt des Tages kam aus Berlin und er kam eiskalt, mit Eis. Olaf Höhn, Gründer und Geschäftsführer von Florida-Eis, schilderte den Weg seines Unternehmens zur klimaneutralen Produktion. Dabei ging er offen, persönlich und ehrlich auch auf schwierige Entscheidungen ein, die unterwegs nötig waren. Seine Botschaft an die mittelständischen Betriebe im Saal war klar: Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gehören in die Kernstrategie und nicht in ein Nebenkapitel.

Spannend wurde es beim Blick nach vorn: Olaf Höhn berichtete von einer gerade entstehenden, energieautarken Produktionsstätte in Sachsen-Anhalt – ein Projekt, das zeigt, wie weit sich das Konzept denken lässt. Was viele Zuhörende besonders beeindruckte, war sein persönliches Bekenntnis:  Energieeffizienz und Nachhaltigkeit konsequent voranzutreiben mache auch Spaß und verschaffe ihm persönlich eine große Zufriedenheit. Die Keynote von Olaf Höhn zählte für viele Anwesende zu den inspirierenden und prägendsten Momenten des Konferenztages. Dass am Ende seines Auftritts Eis aus dem Hause Florida-Eis für alle Teilnehmenden bereitstand, war dann noch die Kirsche auf der Sahnetorte.

Vom Energiemanagement bis zur ESG-Bewertung

Im Anschluss folgte ein vielseitiges Programm mit Fachvorträgen, die konkretes Umsetzungswissen in den Mittelpunkt stellten und den Teilnehmenden praxisnahe Antworten auf drängende Fragen lieferten. Wei Min Wang vom VDI Zentrum Ressourceneffizienz zeigte, wie digitale Lösungen Energie- und Materialverbräuche transparent machen. Sven Janka von der WertE Gesellschaft für Nachhaltigkeit lieferte praxisnahe Hinweise zur Einführung von Energiemanagementsystemen und ging dabei auch auf typische Stolperfallen ein. Frank Liebetrau, ESG-Stratege der NORD/LB, verdeutlichte, dass Banken Energieeffizienz zunehmend in ihre Kreditentscheidungen einbeziehen und welche Konsequenzen das für mittelständische Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern hat. Stefanie Beitz vom Landeszentrum für erneuerbare Energien Mecklenburg-Vorpommern e. V. ergänzte das Bild mit einem Überblick über aktuelle Förderprogramme von Bund und Land.

Drei Unternehmen aus MV zeigen, wie weit man kommen kann

Besonders inspirierend war der Praxisblock, in dem drei Stimmen aus dem Land zu Wort kamen. Caty Ost vom feels Beach Club in Kühlungsborn, Stephan Möller von balticFuelCells aus Schwerin und Gordon Ruthenberg von Weber Food Technology in Neubrandenburg berichteten von ihren Maßnahmen. Die Erkenntnis: Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es Unternehmen, die nicht nur den ersten Schritt gegangen sind, sondern bereits weit gekommen sind – auch wenn dabei die eine oder andere Hürde zu nehmen war. Der Erfolg zeigt sich nicht nur in spürbar gesunkenen Kosten, sondern wirkt sich auch positiv auf Mitarbeitende sowie Kundinnen und Kunden aus. Genau das machte die Berichte so greifbar und motivierend.

IEEKN-Session: Netzwerken zum Mitnehmen

Wie ein typisches Netzwerktreffen abläuft, erlebten die Teilnehmenden im interaktiven Format der Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutznetzwerke (IEEKN). Richard Landgraf vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstrich zu Beginn die strategische Bedeutung der Initiative seit ihrer Gründung. Philipp Golinski und Matthias Grytzan von der Mecklenburgischen Brauerei Lübz machten deutlich, wie sehr der offene Austausch mit Mitstreitern aus anderen Unternehmen die eigene Effizienzarbeit unterstützt.

Den fachlichen Vortrag, der zu jedem Netzwerktreffen gehört, übernahm André Flemming von der Steamergy-Group aus Stralsund. Das Unternehmen hat eine innovative Methode entwickelt, um Abwärme zu speichern und sie später entweder als Wärme oder als Strom wieder nutzbar zu machen – ein Verfahren mit hohem Potenzial für die Industrie.

Unternehmen, die in Mecklenburg-Vorpommern ein eigenes Effizienznetzwerk gründen möchten, finden bei den Industrie- und Handelskammern im Land Unterstützung und Begleitung.

Lösungsanbieter aus MV und KEDi-Gebäude-Demonstrator: Praxis zum Anfassen

Die Ausstellung, die die Konferenz den gesamten Tag über begleitete, bot mit zwölf Lösungsanbietern aus Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus reichlich Gelegenheit für intensive Gespräche und neue Kontakte. Das Angebot reichte von Energieberatung über Photovoltaik und effiziente Beleuchtung bis zu Energiemanagementsystemen. Die Ausstellenden berichteten von intensiven und fachlich tiefgehenden Gesprächen. Besonders gut besucht war der Gebäude-Demonstrator des Kompetenzzentrums Energieeffizienz durch Digitalisierung (KEDi). Dort wurden digitale Anwendungen für die Gebäudetechnik live vorgeführt und gezeigt, wie sich damit Energieverbräuche transparenter machen und senken lassen.

Ein herzliches Dankeschön geht an ENGIE Deutschland, Polsma, KEDi, Schlau Solar, SmartHeat Deutschland, Energielenker, die Energieberatung MV, die IEEKN, WertE, CONLED Lichtcontracting und das VDI Zentrum Ressourceneffizienz.

Closing Keynote Dr. Tim Meyer: Die Elektrifizierung kommt – global und unumkehrbar

Den klaren Bogen über den Tag schlug die Closing Keynote von Dr. Tim Meyer, dem unabhängigen Energieexperten und Buchautor. Und sie tat es mit einer Klarheit, die nachdenklich stimmte. Seine zentrale Botschaft: Die Elektrifizierung setzt sich global durch – in der Mobilität, in industriellen Prozessen und in der Wärmeerzeugung. Treiber ist schlicht der ökonomische Vorteil: Strom aus Photovoltaik und Wind ist heute zu Preisen verfügbar, die fossile Alternativen nicht mehr halten können. Die Frage ist damit nicht mehr, ob die Elektrifizierung kommt, sondern wann.

Der globale Vergleich ist dabei ernüchternd. Vor allem China treibt die Entwicklung mit hoher Dynamik voran, während in Deutschland weiterhin Grundsatzdebatten geführt werden. Der Markt hat aus Meyers Sicht längst entschieden. Politik ist gefordert, Anreize zu setzen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die diese Dynamik aufnehmen. Für Unternehmen lautet die klare Empfehlung: den Trend aktiv mitgestalten, wer wartet, verliert. Viele Teilnehmende verließen die Konferenz mit dem Gefühl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, an diesem Tag dabei gewesen zu sein.

Bilanz und Ausblick: Wie es weitergeht

Die positive Resonanz auf die zweite Auflage der Energie-Effizienz-Konferenz war über den Tag hinweg deutlich spürbar – in den Pausen, an den Thementischen und in der Ausstellung. Auch nach Programmschluss setzte sich der Austausch unter den Teilnehmenden in den sozialen Medien fort.

Die Vorträge der Konferenz sind in Kürze in der Mediathek von MVeffizient abrufbar. Ausgewählte Themen und Referierende werden in den kommenden Monaten für vertiefende Formate erneut eingeladen – etwa für einen Online-Stammtisch, in dem einzelne Punkte ausführlicher diskutiert werden können. Denn die Dynamik in den Bereichen Energieeffizienz, ESG, Förderung und Stromsystem ist groß, es gibt noch viel zu lernen – und MVeffizient wird den Wissenstransfer und das Netzwerken in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin aktiv unterstützen.

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