29.06.2026
Klima.MV: Neues Landesportal bündelt regionale Klimadaten für Unternehmen und Verwaltung
Längere Trockenphasen, Starkregen, Hitzeperioden, veränderte Vegetationszeiten: Der Klimawandel ist in Mecklenburg-Vorpommern messbar angekommen und bringt Risiken mit sich, die unmittelbar in die unternehmerische Praxis hineinwirken. Betriebe aus den Bereichen Tourismus, Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion, Logistik und Industrie sind zunehmend gefordert, nicht nur Energieeffizienz und Emissionen, sondern auch die eigene Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimafolgen zu berücksichtigen. Mit dem neuen Portal Klima.MV hat das Klimaschutzministerium des Landes nun eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, die hierfür die regionale Datengrundlage bereitstellt.
Klimaschutz ist die eine Seite. Klimaanpassung die andere.
In den vergangenen Jahren standen in der unternehmerischen Diskussion vor allem Themen wie Energieeffizienz, CO₂-Bilanzen und der Umstieg auf erneuerbare Energien im Vordergrund. Und das aus gutem Grund: Energiekosten und Emissionen sind direkte betriebswirtschaftliche Größen. Die Klimaanpassung, also die Vorbereitung auf bereits absehbare oder eingetretene Klimafolgen, führte dagegen lange ein Schattendasein.
Das ändert sich gerade. Versicherer ziehen ihre Klauseln für klimabezogene Schäden enger, Banken fragen im Kreditgespräch zunehmend nach Risikoanalysen und in ESG-Berichten müssen Klimarisiken berücksichtigt werden. Zudem hebt das neue Klimaverträglichkeitsgesetz Mecklenburg-Vorpommerns die Bedeutung kommunaler und betrieblicher Anpassung deutlich an. Wer heute eine Investitionsentscheidung für die nächsten zehn bis zwanzig Jahre trifft, kann den Klimawandel als Planungsfaktor nicht mehr ausblenden.
Was Klima.MV bietet
Klima.MV bündelt erstmals zentral Informationen, die bisher bei Forschungseinrichtungen, Behörden und Fachstellen verstreut verfügbar waren. Sie sind speziell für Mecklenburg-Vorpommern aufbereitet und für Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen nutzbar. Im Mittelpunkt stehen:
- Fakten und Daten zur Klima- und Wetterentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern,
- Basiswissen zum Klimawandel und seinen regionalen Folgen,
- Hinweise auf Beratungsangebote und weiterführende Stellen im Land sowie
- Online-Webinare zu Klimaschutz und Klimaanpassung.
Begleitend dazu wurde ein eigener Portal-Newsletter gestartet, der über neue Inhalte, Webinarreihen und Entwicklungen informiert.
Konkrete Anwendungsfelder für Unternehmen in MV
Ein Blick auf die einzelnen Sektoren zeigt, wie unterschiedlich die Anknüpfungspunkte sein können und wie konkret das Portal bei der eigenen Planung helfen kann.
In der Landwirtschaft sind es veränderte Niederschlagsmuster, der Bewässerungsbedarf, die Bodenfeuchte und die Anpassung von Kulturen. Regionale Klimadaten bilden die Grundlage für mittelfristige Investitionsentscheidungen, die von der Wahl der Sorten und Fruchtfolgen bis hin zu Bewässerungssystemen reichen.
Im Tourismus, einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren des Landes, verschieben sich die Saisonzeiten, die Wetterrisiken nehmen zu, gleichzeitig entstehen aber auch neue Chancen durch verlängerte Außensaisons. Hotelbetriebe, Campingplätze, Wassersportanbieter und Freizeitparks profitieren von belastbaren Daten zur regionalen Klimaentwicklung.
Im Handwerk und Bauwesen beeinflussen Hitze und Starkregen sowohl den Arbeitsschutz als auch die Materialwahl und die Bauplanung. Dies sind Themen, die Auftraggeber zunehmend einfordern.
In Industrie und Logistik sind Lieferketten, Wasserverfügbarkeit, Standortrisiken und die Belastbarkeit der Infrastruktur zentrale Fragen. Auch hier liefert eine regionale Datengrundlage die Basis für Risikoanalysen, Versicherungsgespräche und ESG-Berichtspflichten.
Hinzu kommen Querschnittsthemen wie der Hitzeschutz für Mitarbeitende, die Sicherung der Wasserversorgung an Produktionsstandorten oder die Vorbereitung auf Extremwetterereignisse, von denen alle Branchen betroffen sein können.
Förderanträge, ESG-Berichte und betriebliche Konzepte
Klima.MV ist nicht nur bei der strategischen Planung, sondern auch bei ganz konkreten administrativen Aufgaben hilfreich. Wer Förderanträge stellt, Klimakonzepte erstellt oder Risikoabschätzungen für ESG-Berichte vornimmt, benötigt belastbare, regional verankerte Daten. Allgemeine Bundesdurchschnitte reichen in vielen Verfahren nicht aus. Das Portal schließt diese Lücke, indem es Informationen, die speziell für Mecklenburg-Vorpommern relevant sind, zentral und kostenfrei verfügbar macht.
Wer das Portal für den eigenen Betrieb nutzen möchte, kann in drei Schritten einsteigen: Zunächst sollte man sich einen kompakten Überblick über die regionalen Klimadaten und das Basiswissen zum Klimawandel verschaffen. Zweitens sollte gezielt geprüft werden, welche Klimafolgen für den eigenen Standort und die eigene Branche besonders relevant sind. Drittens kann man an einem der Online-Webinare zur Klimaanpassung teilnehmen oder die genannten Beratungsangebote nutzen, um die gewonnenen Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen umzusetzen.
Energieeffizienz und Klimaanpassung gehören zusammen
Energieeffizienz und Klimaanpassung sind keine konkurrierenden Themen, sondern zwei Seiten derselben strategischen Herausforderung. Wer heute in Effizienzmaßnahmen investiert, reduziert nicht nur die Energiekosten und Emissionen, sondern verbessert in der Regel auch die Resilienz seines Betriebs. Dies kann beispielsweise durch eigene Energieerzeugung, redundante Systeme oder energetisch ertüchtigte Gebäude erreicht werden, die Hitze besser puffern. Umgekehrt schaffen klimaangepasste Strukturen die Basis dafür, dass sich Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien langfristig auszahlen.
Die Technischen Berater von MVeffizient unterstützen Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern kostenfrei und neutral dabei, beide Aspekte zu berücksichtigen.



