SmartHeat in Güstrow – 35 Jahre Wärmepumpen-Kompetenz und ein Neubau als Effizienzvorbild
Die SmartHeat Deutschland GmbH mit Sitz in Güstrow ist Innovationsführer im Bereich hochwertiger Wärmepumpen und zählt zu den traditionsreichsten Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern. Im Juni 2026 feierte das Unternehmen das 35-jährige Bestehen unter dem Motto „Regenerative Power aus Güstrow“ und weihte gleichzeitig eine neue Produktions- und Entwicklungshalle ein. Die Erfolgsgeschichte des Unternehmens ist dabei eng mit dem eigenen Anspruch verknüpft, Energieeffizienz nicht nur zu produzieren, sondern auch im eigenen Betrieb konsequent umzusetzen. Der neue Hallenbau ist dafür ein aktuelles Beispiel: Sein wirtschaftlicher und energetischer Erfolg basiert maßgeblich auf einem durchdachten, effizienten Gebäudekonzept.
Ein Unternehmen mit langer Effizienz-Tradition
Seit 35 Jahren werden Wärmepumpen am Standort Güstrow – von Lösungen für Einfamilienhäuser bis zu Großwärmepumpen für Gewerbe und Industrie entwickelt und produziert. Das Thema Energieeffizienz ist dabei seit jeher Teil der Unternehmensstrategie. Bereits 1998 wurde eine Abwasserwärmepumpe bei den Stadtwerke Güstrow installiert – eine der ersten ihrer Art in Deutschland. Die Anlage ist bis heute in Betrieb. Im Jahr 2001 errichtete das Unternehmen nach eigenen Angaben eine der ersten Nullemissionshallen Deutschlands, da ein klimaneutrales Gebäudekonzept laut Geschäftsführer André Schreier bereits damals dem technisch Machbaren entsprach.
„Nicht philosophieren, sondern realisieren“, beschreibt Schreier die Unternehmensphilosophie. „Machen, umsetzen – wir haben unglaubliches Potenzial in Mecklenburg-Vorpommern.“

Geschäftsführer André Schreier gibt einen Einblick in die neue Produktionsfläche der SmartHeat GmbH in Güstrow. (Foto: Ulrike Lenz)
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Die neue Halle: Effizienz als Wirtschaftlichkeitsfaktor
Mit der neuen, rund 2.800 Quadratmeter großen Halle erweitert SmartHeat seine Produktions- und Entwicklungskapazitäten. Das Gebäude vereint Produktions-, Lager- und Bürobereiche unter einem Dach und wurde konsequent auf einen niedrigen Energiebedarf und hoher Kosteneffizienz ausgelegt.
Die Gebäudehülle ist hochwertig gedämmt: Die gesamte Heizleistung für das Gebäude liegt bei unter 60 Kilowatt, was einem spezifischen Wert von rund 20 Watt pro Quadratmeter entspricht. Zum Vergleich: Auch gut gedämmte Gewerbegebäude erreichen üblicherweise Werte von etwa 35 Watt pro Quadratmeter. Möglich wird dieser niedrige Wert durch eine starke Wand- und Dachdämmung, die nach Angaben des Unternehmens zunehmend auch im Sommer an Bedeutung gewinnt, da sie Räume vor Überhitzung schützt.
Ergänzt wird das Konzept durch eine außenliegende, passive Verschattungsanlage an den Fenstern, die sich bereits während der Hitzeperiode im Juni 2026 bewährt habe. Geheizt und temperiert wird die gesamte Halle über eine Fußbodenheizung – ein im Gewerbebau eher unübliches Lösungskonzept, das laut Schreier dank der großen Speichermasse des Fußbodens jedoch große Vorteile bietet. Sämtliche Flächen werden natürlich mit unternehmenseigenen Wärmepumpen beheizt und temperiert, das Warmwasser liefert eine eigene Abluftwärmepumpe.
Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung spielt eine zentrale Rolle für alle Gebäudebereiche. Sie reduziert nicht nur den Energiebedarf, sondern sorgt auch für den notwendigen Feuchtigkeitsabtransport und trägt damit wesentlich zum hohem Wohlfühlklima als auch Bautenschutz bei. André Schreier weist zugleich darauf hin, dass technische Effizienzmaßnahmen nur dann ihre volle Wirkung entfalten können, wenn auch die Belegschaft entsprechend sensibilisiert wird – etwa durch das konsequente Geschlossenhalten von Toren, um Wärme- beziehungsweise Kälteverluste zu vermeiden.
Photovoltaik wird durch Speicher ergänzt
Auf dem Bestandsgebäude besteht bereits eine Photovoltaikanlage mit 150 Kilowatt installierter Leistung, die die maximal mögliche Netzanschlussleistung am Standort ausschöpft. Als nächsten Schritt plant das Unternehmen die Installation eines Stromspeichers mit einer Kapazität von etwa 100 bis 200 Kilowattstunden. Dieser soll insbesondere zur Kappung von Lastspitzen dienen: Produktionsbedingt entstehen kurzzeitig hohe Stromlastspitzen, die den Strombezug spürbar verteuern und das Netz belasten können. Der Speicher soll noch im laufenden Jahr installiert werden; eine mögliche Förderung wird derzeit geprüft.
Vorbildfunktion für die Region
Für SmartHeat ist der energieeffiziente Hallenneubau auch ein wirtschaftliches Argument: Ein geringer Energiebedarf senkt die Betriebskosten dauerhaft und schafft damit eine solide Grundlage für die Standorterweiterung. „Wir wollen Vorreiter sein“, so Schreier – eine Haltung, die sich durch die 35-jährige Unternehmensgeschichte zieht und die SmartHeat damit auch zu einem Best-Practice-Beispiel für andere Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern macht, die energieeffizientes Bauen und wirtschaftlichen Erfolg miteinander verbinden möchten.

Die Geschwister Ulrike Lenz (Prokuristin) und André Schreier (Geschäftsführer) vor der neuen Luft/Wasser-Wärmepumpe „SmartHeat aero nature”. Mit dieser Wärmepumpe, die mit einem natürlichen Kältemittel arbeitet, geht das Unternehmen einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltiger und leistungsstarker Heiztechnologie.


