In der Regel machen die Energiekosten circa zehn Prozent der Gesamtkosten aus. Bei Florida Eis sind es gerade mal drei Prozent!
Klimaschutz als Geschäftsmodell
Die Florida-Eis Manufaktur in Berlin produziert als einer der ersten Eisproduzenten in Deutschland weitgehend CO₂-neutral und macht Klimaschutz zum Kern ihres Geschäftsmodells. Geschäftsführer Olaf Höhn verfolgt das Ziel, den Energieeinsatz zu minimieren, erneuerbare Energien maximal zu nutzen und sich langfristig energetisch möglichst autark aufzustellen. Damit zeigt Florida Eis, dass sich konsequente Dekarbonisierung und wirtschaftliches Wachstum in der energieintensiven Lebensmittelproduktion sehr gut verbinden lassen.
Energieeffizienz in einer energieintensiven Produktion
Die Herstellung von Speiseeis ist energieintensiv, da sowohl Kochprozesse als auch tiefe Temperaturen für Lagerung und Transport erforderlich sind. Florida Eis begegnet dem mit einem umfassenden Effizienzkonzept, das von der Prozesskette in der Produktion über die Kälte- und Wärmetechnik bis hin zur Gebäudehülle reicht. Durch zahlreiche Effizienzmaßnahmen – etwa optimierte Kälteanlagen, Wärmerückgewinnung und ein kontinuierliches Monitoring – konnte der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden.
Ein zentraler Baustein ist eine moderne Pelletheizung, die den Wärmebedarf der Manufaktur übernimmt und mit einem elektronischen Feinstaubfilter kombiniert ist, um Emissionen zu minimieren. Ergänzend reduziert Florida Eis Verluste in der Kältetechnik, indem Kühlprozesse intelligent gesteuert und an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden.
Erneuerbare Energien: „Wir machen aus Sonne Eis“
Auf dem Dach der Eismanufaktur erzeugt eine große Photovoltaikanlage einen erheblichen Teil des Strombedarfs direkt vor Ort. Florida Eis setzt das Motto „Wir machen aus Sonne Eis“ praktisch um, indem rund 30 Prozent des benötigten Stroms über die eigene PV-Anlage gedeckt werden, während der restliche Bedarf über zertifizierten Ökostrom abgedeckt wird. Daneben erzeugt eine Solarthermie-Anlage warmes Wasser. Dieses nutzt eine sogenannte Adsorptionskältemaschine wiederum, um kaltes Wasser zur Kühlung der Eismaschinen und für die Klimatisierung zur Verfügung zu stellen. Durch das Zusammenspiel der Komponenten (inklusive sehr guter Dämmung) konnte Florida Eis inzwischen eine CO₂-neutrale Produktion erreichen und über Jahre hinweg mehrere Tausend Tonnen CO₂ einsparen.
Perspektivisch plant Olaf Höhn eine neue Produktionsstätte, die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden soll und das Ziel der weitgehenden energetischen Autarkie verfolgt. Damit dient Florida Eis als Beispiel für die Transformation hin zu klimaneutralen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Lebensmittelbetrieben.
E-Mobilität und klimafreundliche Kühl-Logistik
Auch in der Logistik setzt das Unternehmen auf Klimaschutz: Florida Eis nutzt E-Fahrzeuge und entwickelte innovative Kühlsysteme für elektrisch betriebene LKW, um die Kühlkette emissionsarm zu sichern. Ergänzend setzt das Unternehmen auf elektrisch betriebene Lastenräder und kleinere E-Fahrzeuge für die „letzte Meile“, um innerstädtische Lieferverkehre emissionsarm und leiser abzuwickeln.
Mit der „Smarten Truhe“ und RFID-Technik werden außerdem Bestände in Tiefkühltruhen digital überwacht, sodass Lieferungen bedarfsgerecht geplant werden können; das reduziert Schwerlastverkehr und ermöglicht laut Berechnungen bis zu 27% Energiekosteneinsparung in der Kühl-Logistik.
So wird der CO₂-Fußabdruck nicht nur in der Produktion, sondern entlang der gesamten Lieferkette reduziert. Die Kombination aus E-Mobilität, effizienten Kühlsystemen und erneuerbarem Strom sorgt dafür, dass das Eis klimafreundlich im Handel und bei den Kundinnen und Kunden ankommt.
Weitere Nachhaltigkeitsmaßnahmen
Über die Themen Energie, Effizienz, erneuerbare Energien und E-Mobilität hinaus engagiert sich Florida Eis in weiteren Bereichen des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit. Nach langer Entwicklungszeit ist es gelungen, eine Bambusverpackung zu produzieren, die zu 100 % kompostiert werden kann und den Kunststoffbecher somit vollständig ersetzt. Dies ist ein echter Meilenstein in der Verpackungstechnik und verbessert zudem erheblich die Energiebilanz. Diese Verpackung ist bereits seit fünf Jahren im Programm. Maßnahmen wie die faire Beschaffung von Rohstoffen, beispielsweise Vanille, runden das ganzheitliche Klimaschutzkonzept ab und unterstreichen den Anspruch, als ökologische Vorreitermanufaktur Verantwortung zu übernehmen.
Energieeffizienz als Wettbewerbsvorteil – und Thema auf der Energie-Effizienz-Konferenz 2026
Das Beispiel Florida Eis verdeutlicht, wie eine konsequent auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien ausgerichtete Unternehmensstrategie in der Praxis umgesetzt werden kann – und welche wirtschaftlichen Potenziale damit verbunden sind. Die Verbindung aus technischer Innovation, systematischem Energiemanagement und langfristiger Zielsetzung zeigt, dass Transformationsprozesse in energieintensiven Branchen realisierbar sind.
Ein vertiefender Einblick in die Umsetzung und die strategischen Überlegungen dahinter wird im Rahmen der Energie-Effizienz-Konferenz 2026 geboten: Olaf Höhn wird am 4. Juni 2026 als Keynote-Speaker in der Rotunde der HanseMesse Rostock über seine Erfahrungen berichten.
Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit, praxisnahe Einblicke in erfolgreiche Klimaschutzstrategien zu erhalten und Ansätze für die eigene Umsetzung kennenzulernen. Weitere Infos unter: www.mv-effizient.de/veranstaltungen/energie-effizienz-konferenz-2026/
Möchten auch Sie Energie und Kosten sparen, erneuerbare Energien und E-Mobilität nutzen? Gerne beraten wir Sie individuell in Ihrem Betrieb, kostenlos und neutral. Vereinbaren Sie gleich einen Termin unter Tel.: 0385 3031642 bzw. per E-Mail: beratung@mv-effizient.de oder besuchen Sie einen unserer zahlreichen MVeffizient-Online-Stammtische. Weitere Infos finden Sie unter Termine.






