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Gemeinsam mehr erreichen: Was Energieeffizienz-Netzwerke leisten – und wie Unternehmen in MV ein neues gründen

Wenn sich Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen regelmäßig zusammensetzen, gemeinsame Effizienzziele formulieren und ihre Erfahrungen offen teilen, dann entsteht etwas, das die einzelne Belegschaft selten allein erreichen kann. Einsparungen, die sich zum Teil in Millionen Kilowattstunden bemessen lassen. Genau das ist das Prinzip von Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerken – und es funktioniert bundesweit, wie eine wachsende Zahl von Praxisbeispielen zeigt.

Was ein Effizienznetzwerk ist und wie es arbeitet

Ein Energieeffizienz-Netzwerk bringt typischerweise acht bis fünfzehn (mindestens fünf) Unternehmen aus einer Region oder einer Branche zusammen, die sich über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren verbindlich austauschen. Begleitet von einer technischen Beratung und einer erfahrenen Moderation werden Energieverbrauch, Einsparpotenziale und konkrete Maßnahmen offen besprochen. Die Mitglieder verpflichten sich gegenseitig auf gemeinsame, ambitionierte Effizienzziele.

Wesentlich ist dabei nicht nur der fachliche Input, sondern die Mechanik des kollegialen Austauschs: Was bei einem Unternehmen funktioniert hat (Stolperfallen, Förderwege, Investitionsrechnungen, Verhandlungen mit Lieferanten und Anlagenherstellern) wird systematisch weitergegeben. Aus dem isolierten Versuch einzelner Betriebe wird so ein gemeinsames Lernfeld.

Die Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke (IEEKN) der Bundesregierung, die von der Deutschen Energie-Agentur (dena) betreut wird, bündelt diese Netzwerkarbeit bundesweit und ist auch in Mecklenburg-Vorpommern aktiv.

Was Unternehmen davon haben

Die Ergebnisse sind belastbar dokumentiert. Eine Auswertung der dena zeigt, dass Mitglieder ihre Effizienzfortschritte messbar schneller und stärker erzielen als vergleichbare Unternehmen ohne Netzwerkbindung. Über die reine Energieeinsparung hinaus stärken Netzwerke nachweislich die Innovationskraft und das Wachstum – nicht trotz, sondern wegen des verbindlichen Austauschs.

Konkret in Mecklenburg-Vorpommern: Die Partner des Energieeffizienz-Netzwerks Ostseeküste 3.0 haben gemeinsam über zwölf Millionen Kilowattstunden Energie eingespart! Das ist eine Größenordnung, die für viele Einzelunternehmen außer Reichweite wäre. Die Broschüre „Gemeinsam erfolgreicher“ der IEEKN versammelt weitere Praxisbeispiele aus ganz Deutschland: von der Lebensmittelindustrie über das Handwerk bis zu kommunalen Versorgern. Die Bandbreite zeigt, dass das Format nicht an eine bestimmte Branche oder Unternehmensgröße gebunden ist.

Stimmen aus der Praxis

Auf der zweiten Energie-Effizienz-Konferenz für Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern berichteten Philipp Golinski und Matthias Grytzan von der Mecklenburgischen Brauerei Lübz (Carlsberg Supply Company Deutschland) aus erster Hand über die Effekte ihrer Netzwerkbeteiligung. Ihre zentrale Botschaft: Der offene Austausch mit anderen Unternehmen ist die größte Unterstützung – greifbarer als jede Theorie und mit einer Glaubwürdigkeit, die nur aus eigener Erfahrung kommt.

Diese Beobachtung deckt sich mit dem, was Mitglieder anderer Netzwerke regelmäßig berichten: Was im Alleingang oft Monate kostet, z.B. die Suche nach passenden Förderprogrammen, die Auswahl eines Beratungspartners, die Wirtschaftlichkeitsbewertung einer Investition, lässt sich im Netzwerk in Tagen klären, weil andere den Weg bereits gegangen sind.

Ein neues Netzwerk in MV gründen: Wie der Weg dorthin aussieht

Ein Effizienznetzwerk entsteht nicht von selbst, doch der Weg dorthin ist gut strukturiert. Wer in Mecklenburg-Vorpommern den Schritt zur Netzwerkgründung erwägt, kann auf bewährte Unterstützung zurückgreifen.

  1. Sondierung.
    Die Initiatoren prüfen, ob in ihrer Region oder Branche genügend Interesse besteht. Bereits wenige (mindestens fünf) Unternehmen reichen für einen tragfähigen Start aus.
  2. Begleitung durch die IHK.
    Die Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg-Vorpommern begleiten Netzwerkgründungen aktiv und vermitteln zwischen interessierten Unternehmen, Beraterinnen und Beratern sowie Förderstellen.
  3. Fachliche Beratung und Förderung.
    Die IEEKN-Geschäftsstelle der dena stellt Materialien, Erfahrungswissen und Kontakte zur Verfügung. Förderprogramme für Netzwerkmoderation und Beratung können den Einstieg finanziell erleichtern.
  4. Start der Netzwerkarbeit.
    Mit einem Auftakttreffen, einer gemeinsamen Zieldefinition und einem Beratungsplan beginnt die eigentliche Arbeit, die moderiert, strukturiert und auf einen verbindlichen Zeitraum angelegt ist.

Wer den Anstoß gibt, profitiert besonders

Erfahrungsgemäß ist die größte Hürde nicht die fachliche, sondern die organisatorische. Es braucht ein Unternehmen oder eine Person, die den ersten Schritt macht und andere zur Teilnahme einlädt. Wer diesen Anstoß gibt, gewinnt doppelt: Einerseits durch die fachlichen Einsparpotenziale im eigenen Betrieb und andererseits durch die strategische Position innerhalb des entstehenden Netzwerks.

Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern, die diesen Schritt erwägen, können sich an die Industrie- und Handelskammern im Land oder an die Geschäftsstelle der Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke bei der Deutschen Energie-Agentur (dena) wenden. Der erste Gesprächstermin ist kostenfrei und unverbindlich. Oft klärt bereits ein erstes Sondierungsgespräch, ob in der eigenen Region oder Branche das Potenzial für ein neues Netzwerk vorhanden ist.

Links und Materialien

➡️ Netzwerkgründung: Der Weg zum eigenen Effizienznetzwerk
➡️ Broschüre „Gemeinsam erfolgreicher“ und weitere Materialien der IEEKN
➡️ Geschäftsstelle der Initiative bei der dena
➡️ Praxisbeispiel Ostseeküste 3.0 (Nordkurier)
➡️ Kostenfreie Energieberatung bei MVeffizient anfragen