16.06.2026
Globale Studie: 91 Prozent der Unternehmen sehen Elektrifizierung als Schlüssel zur Versorgungssicherheit
Eine neue, internationale Unternehmensumfrage zeigt: Die Elektrifizierung von Wirtschaftsprozessen ist global längst kein Zukunftsthema mehr, sondern eine strategische Priorität. Vier von fünf Unternehmen treiben den Umstieg von Brennstoffen auf Strom inzwischen aktiv voran – als Antwort auf geopolitische Krisen, volatile Energiepreise und steigenden Wettbewerbsdruck. Damit bestätigen die Ergebnisse, was Dr. Tim Meyer in seiner Closing Keynote auf der zweiten Energie-Effizienz-Konferenz für Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern am 4. Juni in Rostock bereits skizziert hat.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick
Für die Studie „Powering Up: Business Perspectives on Electrification“ hat das Meinungsforschungsinstitut Public First im Auftrag der Denkfabrik E3G, der We Mean Business Coalition und der Global Renewables Alliance 1.994 Führungskräfte in 18 Ländern befragt – durchgängig in mittleren und großen Organisationen. Die Erhebung lief vom 20. bis 26. April 2026 – also genau zu der Zeit, in der die Straße von Hormus gesperrt war und sich eine akute fossile Versorgungskrise abzeichnete.
- 91 Prozent der befragten Führungskräfte halten den Umstieg auf Strom für einen wichtigen Schritt hin zu einer sicheren und stabilen Energieversorgung.
- Neun von zehn Unternehmen weltweit gehen davon aus, ihren Betrieb bis 2035 weitgehend elektrifiziert zu haben.
- Rund 80 Prozent der deutschen Unternehmen erwarten zudem, dass die Umstellung ihrer Prozesse auf Strom die internationale Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens stärkt.
- 62 Prozent der Befragten würden sogar eine Verlagerung ihrer Betriebe in Betracht ziehen, falls ihre Regierung die Elektrifizierung nicht ausreichend unterstützt.

Quelle: Eigene Darstellung | Daten: „Powering Up: Business perspectives on electrification“, We Mean Business Coalition + E3G + The Global Renewables Alliance (GRA) + Public First
Rahmenbedingungen als Wegweiser: Was Unternehmen jetzt wissen sollten
Elektrifizierung ist für viele Unternehmen in Deutschland längst keine Frage des „Ob“ mehr – sondern des „Wie“ und „Wann“. Gleichzeitig gibt es konkrete Herausforderungen, die den Weg dorthin beeinflussen: der Ausbau der Stromnetze, die Höhe der Energiekosten sowie ein noch nicht vollständig stabiler regulatorischer Rahmen. Mehr als 70 Prozent der befragten deutschen Unternehmen sehen im schleppenden Netzausbau ein zentrales Hindernis – und rund zwei Drittel wünschen sich verlässlichere politische und regulatorische Planungsgrundlagen als Basis für ihre Investitionsentscheidungen.
Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung Klimawirtschaft, kommentierte die Ergebnisse für Deutschland gegenüber der WirtschaftsWoche: „Aktuell bremsen in Deutschland jedoch hohe Energiekosten, ein schleppender Netzausbau und regulatorische Unsicherheiten den Umstieg.“ Diese Erkenntnisse sind aber kein Grund zur Zurückhaltung – sie sind eine Orientierung. Wer frühzeitig analysiert, welche Schritte im eigenen Betrieb umsetzbar sind, schafft sich Handlungsspielraum, bevor externe Rahmenbedingungen enger werden.
Bestätigung für die Closing Keynote von Dr. Tim Meyer
Genau diese Punkte hatte Dr. Tim Meyer, unabhängiger Energieexperte und Buchautor, bereits in seiner Closing Keynote auf der zweiten Energie-Effizienz-Konferenz in Rostock benannt. Seine zentrale Botschaft: Die Elektrifizierung setzt sich global durch – getrieben durch die unschlagbar günstigen Erzeugungskosten von Photovoltaik und Wind. Die Frage sei nicht mehr, ob die Elektrifizierung kommt, sondern wann. Während Länder wie China die Entwicklung mit hoher Dynamik vorantreiben, würden in Deutschland weiterhin Grundsatzdebatten geführt. Sein Appell an die Unternehmen: nicht abwarten, sondern den Wandel aktiv mitgestalten.

Dr. Tim Meyer auf der zweiten Energie-Effizienz-Konferenz für Unternehmen in MV am 4. Juni 2026 in Rostock
Genau diese Lesart spiegelt sich in der nun veröffentlichten Umfrage wider. Die globale Wirtschaft sieht den Trend zur Elektrifizierung nicht als ideologische Debatte, sondern als wirtschaftliche Notwendigkeit – und sie handelt entsprechend.
Wer Meyers Argumentation noch einmal in voller Breite nachvollziehen möchte, findet die Folien des Vortrags in unserer Mediathek.
Was das für Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern bedeutet
Die Botschaft beider Quellen – Studie und Keynote – ist deutlich: Energieeffizienz und der schrittweise Umstieg auf Strom sind zentrale Hebel, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wer früh und strategisch vorgeht, sichert sich nicht nur stabile Energiekosten, sondern auch eine bessere Position gegenüber Banken, Kundinnen und Kunden sowie in der Lieferkette. Die Technischen Berater von MVeffizient unterstützen Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern kostenfrei und neutral dabei, die nächsten Schritte konkret zu planen – von der Energieanalyse über die Identifikation der wirtschaftlichsten Effizienzmaßnahmen bis zur ersten Fördermöglichkeiten.
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Weiterführende Berichterstattung
Die gesamte Studie (auf Englisch) finden Sie unter diesem Link. Eine kürzere Zusammenfassung (ebenfalls auf Englisch) ist in der zugehörigen Pressemitteilung enthalten. Über die Ergebnisse der Umfrage berichten unter anderem auch die WirtschaftsWoche und n-tv.


